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Mitschnitte der Fortbildungen

Wer im Museumsalltag mit komplexen Themen arbeitet, weiß: Gute Orientierung und praxisnahe Impulse sind viel wert. Auf dieser Seite finden Sie die Aufzeichnungen unserer Online-Fortbildungen, die genau hier ansetzen.

Die Videos bündeln fachliche Grundlagen, aktuelle Perspektiven und konkrete Handlungsmöglichkeiten – jeweils aufbereitet von Expert:innen aus Forschung und Praxis. Ob kontextsensible Vermittlung, rechtliche Fragen oder der Umgang mit herausfordernden Situationen: Die Fortbildungsaufzeichnungen bieten hilfreichen Input für Museen jeder Größe und unterstützen Sie dabei, Ihre Arbeit reflektiert, fundiert und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.

Nationalsozialistische Erlebnisorte als Lernorte

Gedenkstätten sind zentrale Orte der Erinnerung, stoßen in der Bildungsarbeit jedoch an Grenzen: Oft erscheinen die Verbrechen des Nationalsozialismus als ferne Größe, während der Zugang zu seinem Verführungspotential fehlt. Hier setzt das Archäologische Freilichtmuseum Oerlinghausen als Lernort an, das 1936 im NS-Geist gegründet wurde. Anhand eines rekonstruierten Hauses wird sichtbar, wie archäologische Befunde ideologisch überformt wurden. Eine Plexiglasscheibe teilt es in zwei Hälften: die originale Inszenierung von 1936 und den aktuellen Forschungsstand. So werden Manipulationen unmittelbar erfahrbar. Der Vortrag von Karl Banghard zeigt, wie Lernorte jenseits klassischer Gedenkstätten neue Zugänge eröffnen und Jugendliche für rechte Geschichtsbilder sensibilisieren können.

Referent: Karl Banghard (Archäologisches Freilichtmuseum Oerlinghausen)

Woher stammt das Objekt? Von Provenienzketten und Überlieferungslücken

Seit der „Washingtoner Konferenz über Vermögenswerte aus der Zeit des Holocaust“ 1998 setzte sich die Erkenntnis durch: Alle kulturgutbewahrenden Institutionen profitierten vom Raub an Kulturgütern aus jüdischem Eigentum. Die Ausstellung „Unrecht & Profit“ im Badischen Landesmuseum Karlsruhe zeigte jüngst anhand von geraubten Objekten auch die Arbeit der Provenienzforschung: Abbildungen von Zeitungsausschnitten, Entzugslisten und Pressefotos verweisen auf die Quellen der Spurensuche in Museen und Archiven. An Tablets können die Besucher:innen in entsprechenden Datenbanken recherchieren. Mittels QR-Codes regen „Denkanstöße“ zum Nachdenken über den materiellen und emotionalen Wert eines Objektes an. Diese und weitere Vermittlungsmöglichkeiten zur Herkunft der Objekte werden im Beitrag vorgestellt.

Referentin: Dr. Katharina Siefert (Badisches Landsmuseum Karlsruhe)

Verstörende Objekte. Zum Umgang mit NS-Devotionalien im Haus der Geschichte Österreich

Der Vortrag thematisiert die Sammlungs- und Ausstellungspraxis des 2018 eröffneten Hauses der Geschichte Österreich am Wiener Heldenplatz. Er reflektiert die diesbezüglichen Erfahrungen, die das Museum unter anderem im Zuge der viel beachteten Sonderausstellung "Hitler entsorgen. Vom Keller ins Museum" sammeln konnte. Im Zentrum steht die Frage, wie Museen mit Relikten des Nationalsozialismus umgehen können - Objekten, die zwischen historischer Quelle, ideologischem Symbol und belastendem Erbe stehen. Dr.in Monika Sommer zeigt Strategien auf, wie Museen Verantwortung übernehmen, historische Aufklärung leisten und zugleich Verklärung oder voyeuristischer Neugier entgegenwirken können - ein Impuls gerade für kleinere Häuser im praktischen Umgang mit belasteten Sammlungen.

Referentin: Dr.in Monika Sommer (Haus der Geschichte Österreich)

Fortbildungen

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