Projekte
Wie können Museen ihre Relevanz für Gegenwart und Zukunft stärken? Wie lassen sich die Potenziale von Gedenkstätten als Lern- und Reflexionsräume nachhaltig heben? Welche Wirkmacht entfalten Kulturinstitutionen durch Vernetzung und Wissenstransfer? Welche spezifische Förderung und Unterstützung benötigen Museen in ländlichen Räumen?
In großen modellhaften Projekten reagiert das LWL-Museumsamt für Westfalen auf kultur-, gesellschafts- und bildungspolitische Herausforderungen. In kooperativer Zusammenarbeit mit den Museen und Gedenkstätten Westfalen-Lippes werden zentrale Fragestellungen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet, Handlungsoptionen entwickelt und Perspektiven für zukunftsfähige Kulturinstitutionen aufgezeigt.
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Aktuelle Projekte
gestern, heute, immer – 17 Gedenkstätten gestalten Zukunft
Ein Projekt der NS-Gedenkstätten in Westfalen-Lippe und des LWL-Museumsamtes für Westfalen
2026/2027 plant das LWL-Museumsamt ein großes Projekt zur Stärkung der 17 NS-Gedenkstätten in Westfalen-Lippe und zur Beförderung historisch-politischer Bildung. In einer zweijährigen Zusammenarbeit soll erprobt werden, was eine auf Kooperation und Vernetzung ausgerichtete Förderpraxis bewirken kann.
Unter einer gemeinsamen gegenwärtig relevanten Themenstellung sieht das Vermittlungsprojekt folgende Module vor: Projekttage für Schüler:innen, Fortbildungen für Mitarbeiter:innen der historisch-politischen Bildung sowie die Entwicklung didaktischer Materialien. Geplant ist der Einsatz eines „Gedenkstättensprinters“, der – bestückt mit Personal, Konzepten und Materialien – in den Gedenkstätten zum Einsatz kommt. Zudem sollen eine Veranstaltungsreihe und Kommunikationsmaßnahmen zur Sichtbarkeit des Netzwerkes beitragen.
Weitere Informationen zum Projekt folgen.
Teilnehmende Gedenkstätten:
- Initiative Nordbahnhof Bochum
- Kreismuseum Wewelsburg Büren
- Jüdisches Museum Westfalen Dorsten
- Mahn- und Gedenkstätte Steinwache Dortmund
- Ehemalige Synagoge Drensteinfurt
- Dokumentationsstätte „Gelsenkirchen im Nationalsozialismus“ Gelsenkirchen
- Informations- und Gedenkstätte Stalag VI A Hemer
- Gedenkstätte Zellentrakt Herford
- Dokumentations- und Begegnungsstätte Frenkel-Haus Lemgo
- Ge-Denk-Zellen Altes Rathaus Lüdenscheid
- Geschichtsort Villa ten Hompel Münster
- Alte Synagoge Petershagen
- KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica
- Dokumentationsstätte Stalag 326 Schloß Holte-Stukenbrock
- Alte Synagoge Selm-Bork
- Aktives Museum Südwestfalen Siegen
- Geschichtswerkstatt Französische Kapelle Soest
Weitere Kooperationspartner:innen:
- Arbeitskreis Gedenkstätten NRW
- Landeszentrale für politische Bildung NRW
Abgeschlossene Projekte
Digitalteam westfälische Museen
Fünf Jahre lang (2020 – 2024) begleitete das Projekt „Digitalteam westfälische Museen“ Kulturinstitutionen auf ihrem Weg in die digitale Transformation.
Das „Digitalteam westfälische Museen" war ein Kooperationsprojekt des LWL-Museumsamts für Westfalen und des LWL-Medienzentrums für Westfalen.
Die Dokumentation des Projekts finden Sie auf einer eigenen Webseite. Diese bündelt die Erfahrungen aus dem Projekt und liefert Anregungen für die digitale Praxis in Museen.
Dinge ver-rücken
Vermittlungs- und Kommunikationsstruktur zu Geschichte und Gegenwart der Psychiatrie in Westfalen (2022 – 2024)
Das LWL-Museumsamt führte mit der Stadt Warstein und den LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein das von der LWL-Kulturstiftung geförderte zweijährige Projekt „Dinge ver-rücken. Vermittlungs- und Kommunikationsstruktur zu Geschichte und Gegenwart der Psychiatrie in Westfalen“ durch. Angesichts eines wachsenden öffentlichen Interesses an psychiatrischen Einrichtungen und ihrer Geschichte muss sich auch der LWL der Frage ihrer aktiveren Vermittlung stellen. Wie kann die Psychiatriegeschichte in Westfalen vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart einer breiten Öffentlichkeit niedrigschwellig und sensibel vermittelt werden? Das zum 100. Klinikjubiläum im Jahr 2005 eröffnete Psychiatriemuseum im Haus 26 auf dem Gelände der LWL-Klinik Warstein bildet bislang den einzigen musealen Ansatz, der langfristig an einem Ort Psychiatriegeschichte vermittelt. Zahlreiche Studien und Veröffentlichungen belegen darüber hinaus die Auseinandersetzung des LWL mit der von Ambivalenzen, Verwerfungen und Brüchen geprägten Geschichte der Psychiatrie in Westfalen. Das Ziel des Projektes war es, an den elf LWL-Klinikstandorten der Erwachsenenpsychiatrie eine gemeinsame bzw. abgestimmte Zielvorstellung zu entwickeln und Handlungsempfehlungen für die mögliche Vermittlung von Psychiatriegeschichte zu definieren.
Am 23./24. Mai 2024 fand eine Tagung in Kooperation mit dem LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte statt. Es wurden zentrale Ergebnisse des Projektes vorgestellt und der Blick auf vergleichbare Projekte in anderen (Bundes-)Ländern gerichtet. Vertreterinnen und Vertreter der LWL-Kliniken fragten gemeinsam mit Expertinnen und Experten nach den kulturwissenschaftlichen Perspektiven auf die Psychiatrie und ihren Potentialen. Die Tagung zeigte Chancen und Wege auf, wie der LWL mit seinem psychiatriegeschichtlichen Erbe umgehen kann.
"Dinge ver-rücken. Vermittlungs- und Kommunikationsstruktur zu Geschichte und Gegenwart der Psychiatrie in Westfalen" wurde gefördert durch die LWL-Kulturstiftung. Es war ein Projekt des LWL-Museumsamtes für Westfalen, der Stadt Warstein und der LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein.