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(Anti-)AKW-Geschichte in Westfalen

Eine Wanderausstellung des LWL-Museumsamtes für Westfalen

Ende 2022 ist es soweit: Die letzten AKWs in Deutschland werden abgeschaltet. Zeit für einen historischen Rückblick auf die Geschichte der 60-jährigen Nutzung von Atomenergie und des gesellschaftlichen Streits darum.

Als LWL-Museumsamt wollen wir den Fokus auf Westfalen legen und im Austausch mit Gruppen und Einzelpersonen die lokalen Ereignisse, Entwicklungen und gegensätzlichen Positionen herausarbeiten und in der Ausstellung sichtbar machen. Neben den zentralen Orten, an denen Brennmaterial hergestellt wird (Gronau), Energie gewonnen wurde (Würgassen, Hamm-Uentrup) und derzeit lagert (Ahaus), sollen auch dezentrale Orte Eingang in die Ausstellung erhalten. Durch die breite gesellschaftliche Debatte, Standortfragen, Castor-Transporte und die breitverzweigte Anti-AKW-Bewegung schlug sich die Debatte auch an Orten nieder, die sich nicht in direkter Nachbarschaft zu einer Anlage oder einem Lager befanden. Erst hierdurch werden die Dynamik und die Breite der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema sichtbar. Durch die lokale Zugehörigkeit sollen die Besucher:innen als Teil dieser Geschichte angesprochen werden. Es ist vorgesehen, dass in der Ausstellung selbst oder im Vermittlungsprogramm die lokalen Spezifika des jeweiligen Ausstellungsortes durch die Besucher:innen aufgegriffen werden.

Die (Anti)-AKW-Geschichte Westfalens schwebt nicht im luftleeren Raum. Themen wie die historische Entwicklung der Umweltbewegung, gesellschaftlich veränderte Perspektiven auf Atomkraft oder wichtige politische Entscheidungen und Ereignisse sollen allgemeine Exkurse in der Ausstellung bilden und dabei unterstützen, das Geschehene besser einzuordnen. Gleichzeitig wird die Möglichkeit gegeben, sich unterschiedlich tief mit Themen zu beschäftigen oder sich für die lokale bzw. allgemeine Ebene zu entscheiden.

Neben dem Rückblick soll der Blick auch nach vorne gerichtet werden. Wenn die Herstellung von Atomenergie in Deutschland Vergangenheit wird, was brauchen wir dann in der Zukunft, um diese Geschichte in ihren Facetten zu erinnern? Kann angesichts der 2005 weiter ausgebauten Urananreicherungsanlage in Gronau überhaupt von Vergangenheit gesprochen werden? Und soll Atomkraft mit Blick auf den Klimawandel wirklich Vergangenheit werden? Wie soll und wie wollen wir mit dem radioaktiven Abfall umgehen? Diese Fragen will die Ausstellung aufwerfen, um dann einen Diskussions- und Streitraum zu eröffnen.

Über Hinweise auf regionale Gruppen, Akteur:innen oder auch themenbezogene Ereignisse freuen wir uns.

Ausstellungsstationen
Museum im Stern, Warburg
18.06.2023 – 13.08.2023
Haus Kupferhammer, Warstein
20.08.202 – 15.10.2023
Bauernhausmuseum, Bielefeld
22.10.2023 – 07.01.2024
Mindener Museum
14.01.2024 – 10.03.2024
Stadtmuseum Lippstadt (Galerie im Rathaus)
17.03.2024 – 12.05.2024
Stadtmuseum Brakel
19.05.2024 – 14.07.2024
Wendener Hütte, Olpe
21.07.2024 – 15.09.2024


Ansprechperson
Sarah Pfeiffer